Sie engagieren gerne Freiberufler? Dann achten Sie darauf, wie Sie mit den Kriterien der Scheinselbstständigkeit umgehen

Selbstständige sind bei Unternehmen sehr beliebt: Sie verursachen nur wenig Verwaltungsaufwand, werden nur für die tatsächlich geleistete Arbeit bezahlt und können sehr flexibel nach Auftragslage engagiert werden. Ist die Zusammenarbeit erfolgreich, wird sie gerne über längere Zeit fortgesetzt. Doch Vorsicht: Die Deutsche Rentenversicherung, Arbeitsgerichte, Krankenkassen oder auch das Finanzamt können darin eine Scheinselbstständigkeit sehen – die, wenn sie festgestellt wird, sehr teuer werden kann. Nachzahlungen zu den Sozialversicherungen können schnell in die Tausende gehen. Wir zeigen Ihnen einige Punkte, wie Sie mit den Kriterien der Scheinselbstständigkeit umgehen sollten.

So sollten Sie als Auftraggeber mit den Indizien der Scheinselbstständigkeit umgehen

Seit dem Inkrafttreten des § 611a Abs. 1 BGB im April 2017 kann relativ schnell eine Scheinselbstständigkeit vermutet werden: Nämlich immer dann, wenn der Selbstständige wie ein normaler Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen arbeitet.

Achten Sie darauf, diese Indizien der Scheinselbstständigkeit zu umgehen:

  • Üben Sie in umfängliches Weisungsrecht gegenüber dem Selbstständigen aus? Sprich: Bestimmen Sie, wann, wo und wie er zu arbeiten hat? Dann können Sie leicht nicht als Auftrag-, sondern als Arbeitgeber gelten.
  • Übernimmt der Selbstständige die gleichen Tätigkeiten wie Angestellte in Ihrem Unternehmen? Oder bestehen gar gemischte Teams? Wenn die Tätigkeit des Selbstständigen in der Praxis nicht von der Ihrer Angestellten zu unterscheiden ist, liegt die Vermutung nahe, dass auch er einer Ihrer Angestellten ist.
  • Binden Sie den Auftragnehmer in Ihr Unternehmen ein? Wenn Sie dem Selbständigen einen eigenen Arbeitsplatz im Unternehmen samt Telefonanschluss und E-Mail-Adresse sowie Firmenmaterialien (darunter fällt auch Arbeitsbekleidung) zur Verfügung stellen, weisen Sie Ihn als Teil Ihres Unternehmens und damit als Arbeitnehmer aus.
  • Zahlen Sie dem Selbständigen sein Honorar in jedem Fall aus? Unabhängig von der Qualität und Resultat der Tätigkeit? Dann weist diese Vergütungen Ähnlichkeiten zum Arbeitsentgelt auf – Anzeichen für eine unselbständige Arbeit.

 

Informieren Sie sich als Unternehmer daher ausführlich darüber, wie Sie Scheinselbstständigkeit umgehen und vermeiden können. Ansprechpartner sind Rechtsanwälte mit Schwerpunkt Arbeits- und Sozialrecht sowie spezialisierte Unternehmensberater.